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Der teure Weg des Öls
Der teure Weg des Öls

Von der Quelle bis zur Zapfsäule - Rekord-Ölpreis Der teure Weg des Öls

von Beatrix Altmann

Fast kann man die Meldung nicht mehr hören: Der Ölpreis ist auf neuem Rekordhoch!

Der Ölpreis hat am Freitag die Rekordmarke von 142 Dollar geknackt. Innerhalb nur eines Jahres hat sich der Ölpreis damit nahezu verdoppelt (siehe interaktive Flash-Karte)!

Die Rekordjagd der Ölpreise setzt vor dem Wochenende die Börsen weltweit stark unter Druck: In Asien brachen die Indizes um bis zu fünf Prozent ein. Auch in Deutschland begann der Handel am Freitag mit negativen Vorzeichen.

Getrieben wird der Ölpreis derzeit von Spekulationen über einen Anstieg auf bis zu 170 Dollar in diesem Sommer. Aber was macht das Öl eigentlich so teuer?

Das Öl aus der Quelle in Kuwait herauszupumpen, kostet gerade mal 0,4 Cent pro Liter. Auf der 32-tägigen Reise zu Europas größtem Umschlagplatz für Öl in Rotterdam, steigt der Preis bereits auf 50 Cent! Als Benzin aus der deutschen Zapfsäule kostet der Liter dann im Durchschnitt 1,50 Euro! Warum eigentlich?

Der teure Weg des Öls. BILD.de hat nachgefragt und ihn zusammen mit Prof. Gernot Klepper vom Kieler Institut für Weltwirtschaft nachgezeichnet.

Professor Gernot Klepper zeichnet den Weg des Öls nach

Wirtschaftsexperte Professor Gernot Klepper im ARD-Morgenmagazin

FÖRDERUNG DES ÖLS AUS DER QUELLE

Kuwait hat das größte Ölfeld der Welt: Die Sammelstation von Burgan wird von rund hundert Ölquellen gespeist, das „schwarze Gold“ wird durch natürlichen Druck nach oben in die Rohrleitungen gepresst. Zu diesem Zeitpunkt ist der Liter Rohöl in Kuwait etwa 0,4 Cent wert.

Bevor es seine 10 000-Kilometer-Reise nach Deutschland antritt, werden Wasser und Gas vom Öl abgetrennt. Wer in Kuwait tankt, zahlt übrigens etwa 20 Cent pro Liter.

MIT DEM SCHIFF IN RICHTUNG NIEDERLANDE

Rund 1,8 Millionen Barrel Rohöl – mehr als 280 Millionen Liter – werden in Kuwait täglich durch Pipelines in die Bäuche riesiger Tankschiffe gepumpt.

Erdöl ist Treibstoff für die Wirtschaft

Erdöl ist Treibstoff für die Wirtschaft. Wieviel Öl wird wo eingesetzt?

Das Scheichtum Kuwait und die Ölmultis bieten das Rohöl (0,4 Cent pro Liter) an der Rotterdamer Börse für ca. 50 Cent an, hinzu kommen dann noch die Transportkosten. Der Tanker kostet von Kuwait nach Rotterdam etwa 2,5 Millionen US-Dollar, was etwa 0,5 Cent pro Liter ausmacht.

GEBÜHREN AM SUEZKANAL

Nach zwölf Tagen hat der Tanker den Suezkanal erreicht. Die schmale Wasserstraße ist zu flach für einen vollgeladenen Tanker. Durch eine Rohrleitung wird das Öl auf die Mittelmeerseite gepumpt und dort erst einmal in Tanks zwischengelagert. Am anderen Ende des Suezkanals wird das zwischengelagerte Rohöl wieder an Bord genommen.

Die Erdöl Top Ten

Die Top Ten der Erdöl-Förderer

Die Gebühr: Mehrere Hunderttausend Dollar. Doch dadurch ersparen sich die Reedereien den viel weiteren Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung.

Vom Suezkanal führt die Route des Öls übers Mittelmeer, vorbei an Gibraltar, über den Atlantik bis in die Nordsee – mit Kurs auf Rotterdam.

DURCH DIE PIPELINE NACH GELSENKIRCHEN

Aus den Niederlanden muss das Öl nun noch nach Deutschland gelangen – noch mehr Transport- und Verarbeitungskosten: Von Rotterdam geht es durch die Rotterdam-Rhein-Pipeline in die 215 Kilometer entfernte Ruhr-Öl-Raffinerie in Gelsenkirchen. In der Raffinerie wird das Rohöl in seine Bestandteile zerlegt – rund 90 Prozent des Erdöls werden in Form von Treibstoffen verbraucht.

MIT DEM LASTER ZUR ZAPFSÄULE

Dieser Treibstoff tritt im Tanklaster seine letzte Reise an: von der Raffinerie zur Zapfsäule.

Mehr Wirtschaft

Der Transport zur Tankstelle, das Lager und die Verwaltung kosten, und der Tankstellenpächter muss auch etwas verdienen; macht noch rund 10 Cent pro Liter.

BESTEUERUNG

Jetzt kommt der größte Preis-Batzen: Es kommen noch 65 Cent Mineralölsteuer und 25 Cent Mehrwertsteuer auf den Ölpreis drauf!

Wenn der Liter Benzin die Zapfsäule an unserer Tankstelle verlässt, kostet der Liter rund 1,50 Euro.

Die Gewinner: das Scheichtum Kuwait und die Ölmultis, die sich den Gewinn von knapp 50 Cent teilen, wobei die Scheichs den weitaus größeren Teil bekommen. Und: der deutsche Staat – der 65 Cent Mineralöl- und 25 Cent Mehrwertsteuer einstreicht!

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